Interview mit Nico Spuntoni zum Attentat von Modena(16.05.2026)
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Aktualisiert: vor 7 Stunden

Exzellenz, haben Sie die Ereignisse in Modena verfolgt? Über einen dschihadistischen Hintergrund besteht derzeit keine Gewissheit, aber ist die Vorgehensweise nicht dieselbe wie bei islamistischen Anschlägen?
Mag sein, dass es sich im konkreten Fall einmal mehr um ein psychisch gestörtes Mindset handelt. Allerdings fällt auf, dass bei ähnlichen Anschlägen in europäischen Ländern der Hinweis fast reflexartig erscheint: Es handle sich um einen Einzeltäter, um einen psychisch Kranken. Summa summarum: Es gibt keine Verbindung zum Islam bzw. Islamismus als eine der möglichen Ursachen für so schreckliche Taten. Jedenfalls ist man regelmässig sehr bemüht, den Islam im Allgemeinen und die Muslime im Besonderen schadlos zu halten und die Tat als psychische Störung zu framen. Aber vielleicht spielt eben beides mit: muslimischer Fanatismus und psychische Störung und persönliche Frustrationen. Frage: Warum verüben von ihrem Glauben überzeugte Christen keine solchen Taten? Anscheinend bietet ihre (christliche) Religion ein weit grösseres Potential individueller Resilienz und Immunität gegenüber solchen dämonischen Akten der Gewalt, denen unschuldige Menschen zum Opfer fallen, die in keiner persönlichen Beziehung zum Täter stehen. Papst Benedikt XVI. hatte absolut Recht, wenn er diagnostizierte, dass der Islam ein Problem hat in seinem Verhältnis zur Gewalt. Das ist auffallend.
Glauben Sie, Italien sei immun gegen islamische Radikalisierung?
Kein europäisches Land ist immun gegenüber isalmischer Radikalisierung. Aber es geht nicht allein darum. Ich halte den Islam für inkompatibel mit unserem vom Christentum geformten Gesellschafts- und Staatsverständnis, unserem Verständnis von Religionsfreiheit und persönlicher Gewissensfreiheit. Der Islam war von Anfang an eine antichristliche Religion und hat das Christentum überall zum Verschwinden gebracht oder fast bis zur Auslöschung dezimiert. Das ist auch heute so. Viele Linke und Muslime stimmen heute überein in ihrer gemeinsamen, christentumsfeindlichen Grundeinstellung, mindestens würde keiner von ihnen auch nur den kleinen Finger rühren für den Weiterbestand des Christetnums in unseren Gesellschaften. Vielmehr liebäugelt man gemeinsam mit einer postchristlichen Ära.
Der Attentäter von Modena hatte in einigen E-Mails Beleidigungen gegen Christen und blasphemische Äußerungen über Christus verfasst. Halten Sie dies angesichts der Ereignisse für ein unbedeutendes Detail?
Natürlich sind das höchst bedeutsame Details, um das Mindset dieses Mannes einzuordnen.
Einige Ihrer Bischofskollegen haben die Einsamkeit und Isolation junger Menschen als Ursache genannt. Haben sie Recht, oder steckt etwas anderes hinter ähnlichen Vorfällen?
Das sind mainstream- und zeitgeistgerechte politische Statements und Immunisierungsversuche gegenüber der harten Wirklichkeit, die uns nicht verschont und eines Besseren belehren wird, sobald der Islam das Sagen hat und mehrheitsfähig wird. Dann wird es den sog. „Ungläubigen“ bzw. Nichtmuslimen in diesen Ländern nicht mehr gut gehen. Reden Sie mit Christen im Nahen Osten oder in muslimischen Ländern! Solche gutmenschlichen Statements von Bischöfen werden getätigt, um ein friedliches Miteinander der Religionen wenigstens auf der semantischen Ebene nicht zu gefährden. Nach meiner Einschätzung sind sie in diesem Kontext eine Form der Wirklichkeitsverweigerung. Ich habe persönlich immer muslimische Freunde gehabt und auch muslimische Verwandte.
Ist es zutreffend, dass das Phänomen des „Einzeltäters“ im Islam gedeihen kann, oder ist jeder, der dies behauptet, islamophob?
Heute wird man in allen Kontexten - egal bei welchem Thema – psychopathologisiert, sobald man unliebsame und nicht willkommene Kritik äussert. Sagt man, dass ein Kind Vater und Mutter braucht, und dass zwei Frauen keinen Vater ausmachen, ist man homophob. Kritisiert man den Islam ist man islamophob. Nur das Christentum darf man kritisieren und trifft dabei auf Zustimmung. Niemand würde einen Kritiker des Christentums christianophob nennen und zum Psychologen schicken. Pilze wachsen nur in einem entsprechenden Biotop, z.B. unter einer Tanne. Das gilt auch für Täter jeder Couleur.



