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Neues Interview mit Mir von Niwa Limbu

  • 24. Apr.
  • 14 Min. Lesezeit

Das folgende Interview behandelt Themen wie die Liturgiereform; die Situation des Glaubens; die Entwicklungen nach dem Konzil u.a.m. Das Original ist auf Englisch (siehe weiter unten!). Ich habe es mit Niwa Limbu geführt, der bis vor kurzem beim Catholic Herold gearbeitet hat und sich beruflich neu aufstellt.



1) Exzellenz, Sie wurden 1955 geboren und haben berichtet, dass Sie in Ihrer Kindheit als begeisterter Messdiener im traditionellen Ritus tätig waren, bevor Sie für den Novus Ordo umgeschult wurden. Sie haben die nachkonziliare liturgische Umgestaltung als „eine ziemlich gewaltsame, provisorische Neugestaltung der Heiligen Messe … verbunden mit großen Verlusten, die angegangen werden müssen“ beschrieben und dabei insbesondere auf Unterschiede bei den Gebeten, den Körperhaltungen und der Ausrichtung ad orientem hingewiesen. Junge Katholiken von heute, die oft wenig über die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils wissen, fühlen sich zunehmend vom tridentinischen Ritus angezogen, wegen seiner Schönheit und Transzendenz, so wie meine Generation. Welche konkreten Elemente der alten Liturgie stillen Ihrer Ansicht nach den spirituellen Hunger dieser Generation, und wie würden Sie auf Behauptungen reagieren, dass die Einschränkung der traditionellen lateinischen Messe für die kirchliche Einheit notwendig sei?

 

Ich glaube, dass die Anziehungskraft der alten Liturgie für junge Menschen unter anderem vor allem in mehreren Schlüsselaspekten liegt:

1. Ihre Fokussierung (Zentralität GOTTES/CHRISTI) auf GOTT oder CHRISTUS, nicht auf die Gemeinschaft. Die allgemeine Ausrichtung aller (der Gemeinde und des Priesters) auf IHN.

2. Die spürbare Ehrfurcht, die mit der Begegnung mit dem transzendenten GOTT oder dem gegenwärtigen CHRISTUS verbunden ist.

3. Stille und Ruhe, die an die Anbetung des Lammes im Buch der Geheimen Offenbarung (Apokalypse)erinnern.

4. Die Feierlichkeit und Würde der Gewänder, liturgischen Gegenstände und des Altars; die Gesamtgestaltung des Altarraums.

5. Gregorianischer Gesang. (War bereits vor Jahren ein Trend/Hype, sogar in säkularen Kreisen).

 

Ehrfurcht, Glaube, Gebet, Liebe und innere Hingabe oder Teilhabe haben ihre Wurzeln im Herzen. Sie lassen sich ebenso gut im Novus Ordo finden. Ich bin in jedem Ritus derselbe Mensch. Wie ich vor GOTT stehe und Ihn feiere, entscheidet sich in mir. Es ist nicht die Form, die mich zu einem frommen Menschen macht. Hingabe ist entweder da oder nicht, unabhängig von der Form. Das innere Selbst nimmt dann auch die richtige Form (Ausdrucksweise) an, nicht umgekehrt.

 Ich knie, weil ich fromm bin; ich bin nicht fromm, weil ich knie. Wenn eine Form mit falschem Denken verbunden ist, wird sie zu einer spaltenden Kraft und zu einer Frage von „Sein oder Nichtsein“, was ein Ritus niemals ist. Jede Form hat Vor- und Nachteile. Der Weise unterscheidet, ohne Unrecht zu tun. Warum nannte Jesus die äußerlich gerechten Pharisäer «weiß getünchte Gräber»? Die Diskrepanz zwischen dem Inneremund dem Äußerem kann in einem Menschen sehr groß sein oder auch nicht – ganz gleich, unabhängig vom Ritus bzw. der äusseren Form.

 

 

2) Aufbauend auf Ihren jüngsten Aufrufen (einschließlich der Überlegungen von Anfang 2026) zu einer erneuten Auseinandersetzung mit der liturgischen Krise unter einem neuen Pontifikat, wie etwa der Marginalisierung des Tabernakels und der Überbetonung des „Mahlcharakters“, sehen Sie einen Weg, den Zugang zum tridentinischen Ritus über die Beschränkungen von «Traditionis Custodes» hinaus wieder zu erweitern? Welche konkreten pastoralen Maßnahmen würden Sie den Bischöfen empfehlen, damit die alte Liturgie wieder als lebendiger Schatz aufblühen kann?

 

Wir haben so viele Riten in der katholischen Kirche. Wir sollten sie als das akzeptieren, was sie sind: bloße Riten. Wir müssen jeden Ritus mit Liebe und Hingabe erfüllen; andernfalls verfehlt er sein Ziel.

 Der alte und der neue Ritus haben als solche nichts damit zu tun, ob wir das Konzil anerkennen oder nicht, oder wie wir mit seinen Texten oder Reformen umgehen. Diese Fragen sind nicht auf der Ebene der Riten zu klären. Ob die neue Messe der Vision der Konzilsväter entspricht, die sie angeregt haben, ist eine historische Frage. Die Antwort darauf kann variieren.

 Warum geben wir den Herzen nicht einfach die Freiheit, so zu beten, wie sie beten möchten, und Gott so zu ehren, wie es ihnen gefällt, ohne irgendeine Person oder irgendeinen Ritus zu disqualifizieren? Die Kirche muss dafür den Rahmen schaffen. Auch das ist kein Problem. Riten sind nicht absolut. In einem gültig gespendeten Sakrament findet der Gläubige immer Gott, unabhängig vom Ritus. Dabei gehe ich davon aus, dass die Sakramente so gefeiert werden, wie es die Kirche vorschreibt, und in Übereinstimmung mit der inneren Haltung und Würde, die ich oben beschrieben habe.

 

 

3) Exzellenz, Sie haben die Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil als eine Ära beschrieben, die „einen unbeschreiblichen Niedergang in der Ausübung und Kenntnis des Glaubens, weit verbreitete liturgische Formlosigkeit und Willkür“ mit sich brachte, anstatt des erwarteten „Frühlings“. Offizielle Statistiken aus dem Annuario Pontificio 2026 und dem Annuarium Statisticum Ecclesiae 2024 bestätigen einen 13-jährigen Rückgang der Priesterberufungen, der sich in jüngster Zeit beschleunigt hat; die Zahl der Hauptseminaristen weltweit sank von 106.495 im Jahr 2023 auf 103.604 im Jahr 2024 (ein Rückgang um 2,72 %), nach bereits vorherigen jährlichen Rückgängen, wobei Europa besonders starke Verluste verzeichnete (z. B. ein Rückgang der Seminaristen um über 4,9 % in einem der letzten Jahre) und es trotz des Wachstums der katholischen Bevölkerung zwischen 2022 und 2023 weltweit zu einem Netto-Rückgang der Priesterzahl um 734 kam. Was sehen Sie als die grundlegenden spirituellen und theologischen Ursachen dieser anhaltenden Krise an?

 

Die Ursachen für diese Phänomene liegen nicht im Novus Ordo. Die Konzilsväter hatten eine bescheidene Liturgiereform beabsichtigt. Exzesse, Formlosigkeit, Trivialisierung des Heiligen, liturgischer Ungehorsam, Gemeinschaftszentriertheit, das Fehlen von Priestern oder gar „Feindseligkeit gegenüber Priestern“ sind Phänomene der nachkonziliaren Ära, die ebenso wenig den Konzilstexten zugeschrieben werden können wie nachkonziliare häretische Tendenzen.

 

Das schlimmste aller Übel ist die praktische Bedeutungslosigkeit Gottes in unserer Gesellschaft, die Abkehr vom Christentum, das durch Ideologien oder andere Kräfte ersetzt wurde, die eine äußerst zerstörerische Wirkung auf alles haben, was einst dem sogenannten christlichen Westen heilig war. Nichts Besseres ist an seine Stelle getreten. Das wird immer deutlicher.

 

 

4) Was die Berufungen betrifft, so hat dieser mehrjährige Rückgang Europa und Amerika am härtesten getroffen, mit leeren Priesterseminaren und einer alternden Geistlichkeit an vielen Orten, während Afrika und Asien ein gewisses Wachstum verzeichnen. Was würden Sie vorschlagen, um diesen Trend umzukehren?

 

Es gibt viele junge Konvertiten und Taufwillige. Sie wollen christliche Ehen und Familien gründen. Hier müssen wir unsere Anstrengungen investieren. Wir müssen Kindern und Jugendlichen das Wissen über den Glauben vermitteln, sie unterstützen und sie an die Sakramente heranführen; wir müssen junge Familien begleiten. Als Ortspriester würde ich damit beginnen, die Heilige Messe so tief und schön wie möglich zu feiern, begleitet von einer kurzen Katechese. Im Anschluss an die Liturgie: Gemeinschaft, Liebe und Freude; Eltern, die Freundschaften schließen, Kinder, die andere Kinder kennenlernen und mit ihnen spielen.  Menschen und Charismen versammeln sich um jeden frommen Priester. Mit der Heiligen Messe im Zentrum des Lebens beginnt die Kirche, sich zu erneuern. Ist der Priester eine verliebte Braut, wird die Gemeinschaft, die er um sich versammelt, bald ebenso eine solche sein. Die Dynamik ist dann unabsehbar.

 

 

5)  In Ihrem Artikel vom Oktober 2025 „Homosexualität in der Gesellschaft und in der Kirche: Ein Elefant im Raum“ identifizierten Sie die „weit verbreitete Homosexualität im Klerus und ihre Bedeutung in der Missbrauchskrise“ als den ignorierten „Elefanten im Raum“ und bezeichneten sie als ein Phänomen sui generis mit negativen Folgen, das benannt werden muss, wobei Sie anmerkten, dass Schweigen andere Präventionsbemühungen unvollständig macht.  

Welche pastoralen Erfahrungen oder Beobachtungen haben Sie zu dieser Schlussfolgerung geführt, und  glauben Sie, dass trotz früherer Forderungen nach psychologischen Untersuchungen genug offen angesprochen wird?

 

Hier geht es nicht um meine eigenen subjektiven Eindrücke oder pastoralen Erfahrungen, sondern um reine Statistik. Ich habe Papst Leo XIV. darüber geschrieben. Alle kirchlichen Studien zum klerikalen Missbrauch zeigen eine unverhältnismäßig hohe Zahl männlicher Opfer. Es nützt wenig, davor die Augen zu verschließen. Es besteht eine faktische Korrelation, ohne damit zu implizieren, dass Geistliche mit homosexueller Orientierung aufgrund ihrer Orientierung dazu (zwingend) prädestiniert wären, Missbrauch zu begehen. Das Gleiche gilt für Heterosexuelle. Es gibt auch viele Fälle von sexuellem Missbrauch außerhalb der Kirche. Aber die Gesellschaft konzentriert sich in erster Linie auf diejenigen innerhalb des Klerus und empört sich darüber. Sündigen bedeutet: Ich hätte anders handeln können. Aber jeder hat seine eigenen Vorlieben.

 

 

6) Als emeritierter Weihbischof von Chur mit tiefen Wurzeln im Schweizer Katholizismus haben Sie die Herausforderungen der Säkularisierung in einem Land miterlebt. Wie beurteilen Sie aktuell den Stand des Glaubens in der Schweiz, und gibt es neue Schweizer „Hotspots“ der Erneuerung unter jüngeren Generationen, die den Glauben wiederentdecken?

 

Generell gebe ich den Schweizern sehr schlechte Noten, was ihr geistliches Leben und ihre Verbindung zur Kirche angeht. Zwar sind die meisten von ihnen getauft, doch sind sie nie wirklich Jünger Jesu geworden. Ich sage dies lediglich als Beobachtung. Es muss nicht unbedingt ihre eigene Schuld sein. Doch es gibt echte Glaubens-Hotspots. Als Jugendbischof war ich mittendrin. Auch heute noch freue ich mich über das Wachstum dieser Hotspots.

 

 

7)  Exzellenz, Sie haben in Ihren Erklärungen Anfang 2026 deutlich gemacht, dass die von der Piusbruderschaft für den 1. Juli 2026 geplanten Bischofsweihen ohne päpstliches Mandat einen „schismatischen Akt“ darstellen würden, der die sichtbare Einheit mit dem Papst zerreißt, wobei Sie Fragen der Autonomie, nicht inkardiniierte Priester und die Selbstpositionierung als wahre Kirche anführten. Wie ist die derzeitige Stimmung oder „Atmosphäre“ gegenüber der Piusbruderschaft in der Schweiz, insbesondere in den deutschsprachigen Kantonen im Vergleich zur französischsprachigen Romandie, wo traditionalistische Sympathien historisch stärker waren? Spüren Sie eine wachsende Unterstützung für die Piusbruderschaft unter den Gläubigen?

 

 

Vor allem unternimmt die Priesterbruderschaft St. Pius X. große Anstrengungen, um ihre Entscheidung sowohl intern als auch extern zu rechtfertigen. Viele Gläubige lieben einfach die traditionelle Liturgie, ohne sich wirklich mit der Ideologie der Bruderschaft zu identifizieren. Tatsächlich schrecken sie oft vor dem zurück, was sie manchmal in den Pfarreien erleben. Ich würde nicht sagen, dass es unter den Gläubigen eine wachsende Unterstützung für die Priesterbruderschaft St. Pius X. gibt.

 

 

8) Auf europäischer Ebene hat Kardinal Gerhard Müller kürzlich die Massenmigration aus islamischen Ländern nach Europa als erhebliche Herausforderung für die Integration beschrieben und vor Risiken wie kulturellen Spannungen, potenziellen sozialen Konflikten und einem wachsenden muslimischen Einfluss im öffentlichen Leben gewarnt, sollten diese nicht sorgfältig gesteuert werden. Eure Exzellenz, wie beurteilen Sie die Vereinbarkeit einer groß angelegten islamischen Einwanderung mit der Bewahrung der christlichen Identität Europas? Welche Rolle sollte die katholische Kirche dabei spielen, um den Aufruf des Evangeliums zu Nächstenliebe und Gastfreundschaft mit einer realistischen Betrachtung der derzeitigen demografischen, religiösen und sozialen Veränderungen in Einklang zu bringen?

 

Der Islam – nicht nur der sogenannte Islamismus – ist seinem Wesen nach eine antichristliche Religion (in Theorie und Praxis). Dem Christentum ist es unter islamischer Herrschaft nie gut ergangen. Das gilt auch heute noch. Wo immer der Islam herrscht, wird das Christentum bis an den Rand des Aussterbens dezimiert.

 Ich halte den Islam für unvereinbar mit der westlichen Idee von Freiheit und dem säkularen Staat. Letztendlich wird nur das zahlenmäßige Gleichgewicht entscheiden, welche der beiden Religionen (Christentum oder Islam) verschwinden und untergehen oder in einem Zustand der Toleranz bestehen bleiben wird.

 Selbst säkulare politische Gebilde wie die Europäische Union weisen heute antichristliche Züge auf. Aufgrund der Unvereinbarkeit des Islam mit der christlichen Idee der Trennung von Staat/Politik und Kirche/Religion („Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“) halte ich den Islam für unvereinbar mit der jüdisch-christlichen Tradition des Westens, die unser Denken und unser politisches System nach wie vor stark prägt. Wir werden also auf Probleme stoßen. Und je mehr Muslime in unsere Gesellschaften integriert werden, desto schlimmer könnte es werden (unvereinbare Parallelgesellschaften sind bereits Realität). Es sei denn, Christus bekehrt sie und befreit sie.


Englische Version:


1)Your Excellency, you were born in 1955 and have recounted serving as an enthusiastic altar boy in the traditional rite in your childhood before being retrained for the Novus Ordo. You have described the post-conciliar liturgical intervention as “a rather violent, provisional reconstruction of the Holy Mass… associated with great losses that need to be addressed,” noting differences especially in the prayers, postures, and ad orientem orientation. Young Catholics today, who often know little about the texts of Vatican II, are increasingly drawn to the Tridentine rite for its beauty and transcendence like my generation, In your view, what specific elements of the ancient liturgy address the spiritual hunger of this generation and how would you respond to claims that restricting the Traditional Latin Mass is necessary for ecclesial unity?

 

I believe that the appeal of the Old Liturgy for young people, among other things, lies primarily in several key aspects:

1. Its focus (and centrality of) on GOD or CHRIST, not on the community. The general orientation of everyone (the congregation and the priest) toward HIM.

2. The palpable reverence associated with the encounter with the transcendent GOD or the present CHRIST

3. Stillness and silence reminiscent of the worship of the Lamb in the Book of Revelation.

4. The solemnity and dignity of the vestments, liturgical objects, and the altar; the overall design of the sanctuary.

5. Gregorian chant. (Was already a trend/hype years ago, even in secular circles)

 

Reverence, faith, prayer, love, and inner devotion or participation have their roots in the heart. They can just as easily be found in the Novus Ordo. I am the same person in any rite. How I stand before GOD and celebrate Him is decided within me. It is not the form that makes me a devout person. Devotion is either there or it is not, regardless of the form. The inner self then also takes on the proper form (mode of expression), not the other way around.

 I kneel because I am devout; I am not devout because I kneel. If a form is associated with false thinking, it becomes a divisive force and a question of “To be or not to be”, which a rite never is. Every form has advantages and disadvantages. The wise person distinguishes without doing wrong. Why did Jesus call the outwardly righteous Pharisees whitewashed tombs? The discrepancy between what is inside and what is outside can be very great, or it may not be—whatever form it takes.

 

 

2) Building on your recent calls (including in early 2026 reflections) for renewed study of the liturgical crisis under a new pontificate, such as the marginalization of the tabernacle and overemphasis on the “meal character”, do you see a path for restoring wider access to the Tridentine rite beyond the restrictions of Traditionis Custodes? What concrete pastoral measures would you recommend to bishops to allow the old liturgy to flourish again as a living treasure?

 

We have so many rites in the Catholic Church. We should accept them for what they are: mere rites. We must infuse every rite with love and devotion; otherwise, it misses its mark.

 The Old and New Rites, as such, have nothing to do with whether we recognize the Council or not, or how we deal with its texts or reforms. These questions are not to be resolved at the level of the rites. Whether the New Mass corresponds to the vision of the Council Fathers who inspired it is a historical question. The answer may vary. Why don’t we simply give hearts the freedom to pray as they wish to pray and to honour God as they like to, without disqualifying any person or rite? The Church must set the framework for this. That is not a problem either. Rites are not absolute. In a validly administered sacrament, the believer always finds God, regardless of the rite. In saying this, I assume that the sacraments are celebrated as the Church prescribes and in accordance with the inner attitude and dignity I described above.

 

 

3) Your Excellency, you have described the post-Vatican II era as bringing “an indescribable decline in the practice and knowledge of the faith, widespread liturgical formlessness and arbitrariness” instead of the expected “springtime.” Official statistics from the Annuario Pontificio 2026 and Annuarium Statisticum Ecclesiae 2024 confirms a 13-year decline in priestly vocations that accelerated recently, major seminarians worldwide fell from 106,495 in 2023 to 103,604 in 2024 (a 2.72% drop), following prior yearly declines, with Europe seeing particularly sharp losses (e.g., over 4.9% drop in seminarians in one recent year) and a net global priest decrease of 734 between 2022 and 2023 despite Catholic population growth. What do you identify as the root spiritual and theological causes of this ongoing crisis?

 

The causes of these phenomena do not lie in the Novus Ordo. The Council Fathers had intended a modest liturgical reform. Excesses, lack of form, trivialization of the sacred, liturgical disobedience, community-centeredness, the absence of priests, or even “hostility toward priests” are phenomena of the post-conciliar era that cannot be attributed to the Council’s texts, any more than post-conciliar heretical tendencies.

 

The worst of all evils is the practical irrelevance of God in our society, the turning away from Christianity, which has been replaced by ideologies or other forces that have an extremely destructive effect on everything that was once sacred to the so-called Christian West. Nothing better has taken its place. This is becoming increasingly clear.

 

 

4) Focusing on vocations, this multi-year decline has hit Europe and the Americas hardest, with empty seminaries and aging clergy in many places, while Africa and Asia show some growth.  What would you propose to reverse it?

 

There are many young converts and those seeking baptism. They want to build Christian marriages and families. This is where we need to invest our efforts. We must impart the knowledge of the faith to children and young people, provide them with support, and introduce them to the sacraments; we must accompany young families. As a local priest, I would begin by celebrating Holy Mass as deeply and beautifully as possible, accompanied by brief catechesis. Following the liturgy: fellowship, love, and joy; parents forming friendships, children getting to know other children and playing with them.  People and charisms gather around every devout priest. With Holy Mass at the center of life, the Church begins to renew itself. If the priest is a bride in love, the community he gathers around him will soon be the same. The momentum is then unimaginable.

 

 

5) In your October 2025 article “Homosexuality in Society and in the Church: An Elephant in the Room,” you identified the “widespread homosexuality in the clergy and its significance in the abuse crisis” as the ignored “elephant in the room,” calling it a phenomenon sui generis with negative consequences that must be named, while noting that silence renders other prevention efforts incomplete. What pastoral experience or observations led you to this conclusion, and  do you think enough is being addressed openly despite earlier calls for psychological screening?

 

This is not a matter of my own subjective impressions or pastoral experience, but of pure statistics. I wrote to Pope Leo XIV about this. All church studies on abuse show a disproportionately high number of male victims. It does little good to turn a blind eye to this. There is a factual correlation, without implying that clergy with a homosexual orientation are predestined to commit abuse because of their orientation. The same applies to heterosexuals. There are also many cases of sexual abuse outside the church. But society primarily focuses on and scandalizes those within the clergy. To sin means: I could have acted differently. But everyone has their own preferences.

 

 

6) As auxiliary bishop emeritus of Chur with deep roots in Swiss Catholicism, you have witnessed the challenges of secularization in a country. What is your current assessment of the state of the faith in Switzerland and are there any emerging Swiss “hotspots” of renewal among younger generations rediscovering the faith?

 

Generally speaking, I give the Swiss very poor marks when it comes to their spiritual life and their connection to the Church. While most of them have been baptized, they have never truly become disciples of Jesus. I say this merely as an observation. It may not necessarily be their own fault. But there are genuine hotspots of faith. As the bishop for youth, I was right in the thick of it. Even today, I rejoice in the growth of these hotspots.

 

 

7)  Your Excellency, you have been clear in early 2026 statements that the SSPX’s planned episcopal consecrations on July 1, 2026, without papal mandate would constitute a “schismatic act” rupturing visible unity with the Pope, citing issues of autonomy, non-incardinated priests, and self-positioning as the true Church. What is the current atmosphere or “vibe” toward the SSPX within Switzerland, !especially in the German-speaking cantons versus the French-speaking Romandy region, where traditionalist sympathies have been historically stronger? Do you perceive growing support for the SSPX among the faithful?

 

Above all, the Society of St. Pius X goes to great lengths to justify its decision, both internally and externally. Many faithful simply love the traditional liturgy without truly identifying with the Society’s ideology. They are, in fact, often put off by what they sometimes encounter in parishes. I would not say that there is growing support for the Society of St. Pius X among the faithful.

 

 

8) On the broader European scene, Cardinal Gerhard Müller has recently described mass migration from Islamic countries into Europe  as posing significant challenges to integration, warning of risks such as cultural strain, potential social conflict, and growing Muslim influence in public life if not managed carefully. Your Grace, how do you assess the compatibility of large-scale Islamic immigration with preserving Europe’s Christian identity? What role should the Catholic Church play in addressing this, balancing the Gospel’s call to charity and welcome with a realistic consideration of the demographic, religious, and social shifts underway.

 

Islam—not just so-called Islamism—is, by its very nature, an anti-Christian religion (in theory and practice). Christianity has never fared well under Islamic rule. This remains true today. Wherever Islam holds sway, Christianity is being decimated to the point of near extinction.

 I consider Islam incompatible with the Western idea of freedom and the secular state. Ultimately, only the numerical balance will decide which of the two (Christianity or Islam) will disappear and perish or remain in a state of tolerance. Even secular political entities like the European Union exhibit anti-Christian traits today. Due to Islam’s incompatibility with the Christian idea of the separation of state/politics and church/religion (Render unto Caesar what is Caesar’s, and unto God what is God’s!), I consider Islam to be incompatible with the Judeo-Christian tradition of the West, which still strongly shapes our thinking and political system. So we are going to run into problems. And the more Muslims are naturalized into our societies, the worse it could become (incompatible parallel societies are already reality). Unless Christ converts and sets them free.

 

 
 
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