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Gesegnete Ostern!

  • vor 3 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

„Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefasst haben, das verkünden wir: das Wort des Lebens.“ 1 Joh 1,1.



Wir können den ersten Zeugen der Auferstehung glauben. Sie waren grundehrlich und wussten, dass sie Wahres berichten (vgl. 19,35). Wir sind nicht irgendwelchen klug ausgedachten Geschichten gefolgt, als wir den Glauben angenommen haben (vgl. 2 Petr 1,16). Das gilt bis heute. Das älteste Zeugnis für die Auferstehung Jesu steht in einem Brief des hl. Paulus. Es lautet so: „Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäss der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäss der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen. Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. Als Letztem von allen erschien er auch mir, dem Unerwarteten, der ‚Missgeburt‘“ (1 Kor 15,3-8). Das Jahr, in dem diese Worte aufgeschrieben wurden, ist das Jahr 56 oder 57, also etwa 26 Jahre nach dem Ereignis. Der Kerninhalt dieser Zeilen ist allerdings schon in dem älteren Glaubensbekenntnis enthalten, von dem der heilige Paulus sagt, dass er es von anderen empfangen habe und nun in seinem Brief zitiert. Berücksichtigt man, dass Paulus diese Formulierungen nach seiner Bekehrung gehört hat, so können wir dieses erste und prägnante «Credo» (Glaubensbekenntnis) ungefähr auf das Jahr 35 datieren, das heisst 5 Jahre nach dem Tod Christi. Es handelt sich also um ein Zeugnis von seltenem historischen Wert. Der zentrale Kern des Zeugnisses bleibt jedoch unverändert: Der Herr ist auferstanden und als Lebender erschienen. Für Paulus steht oder fällt damit das Christentum:

 

·    Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos. Wir werden dann auch als falsche Zeugen entlarvt. 1 Kor 15, 14f.

 

·    Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen. 1 Kor 15, 19.

 

Wir bauen also nicht auf Sand. Auch JESUS, der HERR, hat vorösterlich ganz klar von seiner Auferstehung gesprochen, die nach seinem Tod erfolgen wird (Mk 8,31; Mt 16,21; Lk 24,7). Nach seinem eigenen Worten haben seine Worte eine solche Glaubwürdigkeit, dass eher Himmel und Erde vergehen als eines seiner Worte (vgl. Mt 24,35). Was sich der Betrachtung des Historikers anbietet und was ihm erlaubt, von der Auferstehung zu sprechen, sind zwei Tatsachen: erstens der plötzliche und unerklärbare Glaube der Jünger – ein Glaube, der so beharrlich ist, dass er sogar das Martyrium eingeht; und zweitens die Erklärung, die uns die Betroffenen, das heisst die Jünger selbst über diesen Glauben hinterlassen haben. Im entscheidenden Augenblick, als Jesus gefangen genommen und hingerichtet wurde, nährten die Jünger nicht die geringste Erwartung einer Auferstehung; sie flohen und hielten den Fall Jesus für verloren: „Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.“ Lk24,21. Der Glaube wird nicht als eine Fiktion vorgestellt, die Fakten vortäuscht, sondern als eine Überzeugung, die Fakten folgt. „Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.“ Joh 20,9. Es musste also etwas geschehen sein, das in kurzer Zeit eine radikale Veränderung ihres Gemütszustands hervorrief und eine Neubegründung ihres Glaubens an JESUS. „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ (Lk 24,5). Die Kirche bekennt beim Ostergruss: ER ist wahrhaft auferstanden! Das glauben wir bis heute. Auch die Gegner dieses Glaubens bestritten nie das leere Grab. Sie haben es nur anders begründet. "Diese fassten gemeinsam mit den Ältesten den Beschluss, die Soldaten zu bestechen. Sie gaben ihnen viel Geld und sagten: Erzählt den Leuten: Seine Jünger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen." Mt 28,13. 

Wenn man den historischen, das heisst den objektiven Charakter der Auferstehung leugnet, wird die Entstehung der Kirche und des Glaubens zu einem noch unerklärlicheren Geheimnis, als es die Auferstehung selbst ist. Angeboten werden Theorien wie psychogene Halluzinationen (vgl. Bultmann), die voraussetzen würden, dass verschiedene Personen in verschiedenen Situationen und an unterschiedlichen Orten alle denselben Eindruck oder dieselbe Halluzination gehabt hätten. Wir können das vernachlässigen. Oder die dümmliche Auslegung von Hans Küng: Auferstehung meine nicht, er sei körperlich auferstanden, sondern wolle sagen, dass Jesus »im Geiste seiner Jünger weiterlebe«, dass »seine Sache« weitergehe. Banaler geht es nicht.

Zu den Aposteln sagt der Auferstandene: "MIR ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden!" (Mt 28,18) Diese Worte geben uns Zuversicht und Hoffnung. Christus allein ist würdig, Macht zu empfangen, Herrlichkeit und Ehre! (vgl. Offb 5,12). Weil ER für uns - im Gegensatz zu den Machthabern dieser Welt - Sein Leben hingegeben hat. Die letzteren nehmen es uns. Ihre Utopien scheitern. Die einzige Utopie, die sich erfüllt, ist unsere Auferstehung (das ewige Leben). Deshalb hat der VATER IHN erhöht und IHM den Namen gegeben, der über allen Namen ist, und vor dem jedes Knie sich beugen wird (vgl. Phil 2,9-11). Das ist es, was uns am Leben und an dieser Welt nicht verzweifeln lässt. Im Gegenteil! Die sympathische Heilige und Mystikerin Juliana von Norwich hat ihre Visionen im Jahr 1373 in einem Büchlein niedergeschrieben (Offenbarungen der göttlichen Liebe). Dort (Kp. 22) schreibt sie: „Aus den Worten »Wenn ich für dich mehr leiden könnte, würde ich es tun.«  ersah ich, dass Er, der einmal für alle gestorben ist, wahrhaftig mit jedem einzelnen Menschen, der erlöst werden soll, wieder sterben würde, weil die Liebe Ihn niemals rasten liesse, bis Er es vollbracht hätte. ... Er sagte nicht: »Wenn es notwendig wäre, dass ich mehr leide«, sondern, »wenn ich mehr leiden könnte« ... Und so sah ich in  CHRISTUS die Fülle der Seligkeit, aber diese Seligkeit wäre nicht vollkommen gewesen, wenn die Tat besser hätte vollbracht werden können, als sie vollbracht worden ist.“ Die hl. Juliana erkennt daraus drei Dinge: 1. Die Liebe CHRISTI ist absolut grenzenlos und persönlich. 2. Sein einmaliges Leiden ist vollkommen ausreichend und von unendlichem Wert. 3. Seine Liebestat hätte nicht besser vollbracht werden können.

 

Ehre sei Dir o HERR!

 

CHRISTUS ist auferstanden! ER ist wahrhaft auferstanden!

 

 

 
 
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