Hirten vom Zeitgeist gebeugt

GOTT hat uns ganz klar als Mann und Frau geschaffen. In jeder Zelle unseres Leibes finden sich dominant entweder xy (Mann) oder xx (Frau) – Chromosomen, die uns genetisch ganz eindeutig als Mann und Frau definieren. Das gilt für alle Menschen, auch für jene, die mit ihrer eigenen Leiblichkeit Probleme haben (Fehler in der Zellteilung und psyschische Probleme mit der eigenen Leiblichkeit sind ein Phänomen, das für die Geschlechterfrage nicht von grundsätzlicher Bedeutung ist). Unser Leib bringt also eine objektive Wahrheit zum Ausdruck: Ich bin ein Mann oder eine Frau, und nur zwischen ihnen gibt es die vollkommene, leibseelische Komplementarität, die das Pontial hat – biblsich gesprochen – ein Fleisch zu werden und im gemeinsamen Kind sich selbst auf etwas Grösseres hin zu übersteigen und für die Gesellschaft fruchtbar zu werden, m.a.W. Nachkommenschaft hervorzubringen.

Deshalb sollte der Staat die Ehe als eine Verbindung von Mann und Frau im Hinblick auf gesellschaftliche Reproduktivität auch schützen und finanziell fördern, will er nicht das eigene Grab schaufeln. Wenn wir von Ehe sprechen, reden wir immer auch von Kindern. Sie haben das Recht auf ihren leiblichen Vater und auf ihre leibliche Mutter, um bei ihnen aufzuwachsen und die eigene Identität zu entfalten. Sie wollen sie kennen und sind nicht wie eine Ware, die man bestellen und sich anschaffen kann. Sie gedeihen am besten in einer so verstandenen Ehe und Familie. Betreuung genügt nicht und kann sie nicht ersetzen. Mit anderen Worten: Zwei Männer machen keine Mutter und zwei Frauen keinen Vater. Das leuchtet jedem Kind ein. Dieses will einen Vater und eine Mutter und zwar seine eigenen.

Als Katholik kann man nicht für die «Ehe für alle» stimmen. Gleiches soll man gleich behandeln und Ungleiches ungleich. Sonst wird es ungerecht. Homosexuelle Verbindungen sind in diesem Sinn aus katholischer Sicht keine Ehe. Sie sind mit ihr unvergleichbar. Das hat Papst Franziskus wieder klar betont. Deshalb dürfen nach Amoris Laetitia 251 homosexuelle Partnerschaften nicht mit der Ehe in Analogie gesetzt werden. Polygamie und Polyamorie sind gesellschaftlich nicht wünschenswert. Bei der sog. «Ehe» für alle geht es also vor allem um Homosexualität, um wenige Prozent der Gesamtbevölkerung. Ihnen geht es vor allem um Anerkennung, nicht um Ehe. Noch wenigere unter ihnen würden eine solche «Ehe» eingehen, wenn sie einmal da wäre. Die Preisgabe der Rechte der Kinder sind für mich ein Rubikon, der nicht überschritten werden darf im Hinblick auf Lifestyle und persönliche Problematiken.

Die Lehre der röm. Katholischen Kirche ist klar und seit langem breit dokumentiert und wird auch immer wieder von den Päpsten und Konzilien verkündet. Sie steht auch im Katechismus der Katholischen Kirche. Wenn einzelne in diesem Zusammenhang schweigen, die besser reden würden, so hat das vielfache Gründe: Dass sie selbst den Glauben der Kirche nicht mehr hochhalten oder einfach feig sind, um nur zwei zu nennen. Wenn wie in unserem Fall die sog. Lebenswirklichkeit diktieren soll, was gesellschaftlich wünschenswert ist, dann wären auch Diebstahl und Rasen bald ein Recht, auf das eine Minderheit pochen könnte.


Dazu könnt ihr auch einen Beitrag in der Weltwoche lesen, der diese Woche erschienen ist:

Artikel | Weltwoche | 2021