Und Dennoch bleibt es ein Schisma
- BME
- vor 4 Stunden
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Nach Canon 1382 CIC zieht eine Bischofsweihe ohne päpstliches Mandat die Tatstrafe der automatischen Exkommunikation (latae sententiae) für Spender und Empfänger nach sich:
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Can. 1382: «Ein Bischof, der jemanden ohne päpstlichen Auftrag zum Bischof weiht, und ebenso, wer von ihm die Weihe empfängt, zieht sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zu.»
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Das bestätigt auch Can. 1013:
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«Keinem Bischof ist es gestattet, jemanden zum Bischof zu weihen, wenn nicht
zuvor der päpstliche Auftrag feststeht.»
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Das Feststehen des päpstlichen Auftrags wird durch ein päpstliches Dekret zum Ausdruck gebracht. Der Auftrag zur Bischofsweihe muss zweifelsfrei vom Papst stammen. Wer weiss, dass keine Ernennung durch den Papst vorliegt, erfüllt den Tatbestand des Schismas. Es bedeutet die Weigerung, sich jurisidiktionell dem Papst zu unterwerfen, indem an der eigenen Autonomie (Selbstregierung) festgehalten wird.
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Pius XII. lehrt (Mystici Corporis), dass die Ausübung des Amtes in der  Kirche eine jurisdiktionelle Grundlage hat, welche in der Offenbarung bzw. in der Einsetzung durch Jesus Christus begründet ist. Deshalb versieht das Konzil von Trient jeden mit dem Anathema, der Bischöfe unterstützt, die nicht «ordnungsgemäss geweiht oder durch kanonische kirchliche Autorität gesandt sind» (Denzinger-Schönmetz Nr. 1777 hält dazu fest, dass nur rechtmässig ordinierte und eingesetzte Bischöfe gültige Träger des apostolischen Amtes sind). Das Konzil betrachtet diese als «Diebe und Räuber». Denn solche Vorgänge betreffen direkt die göttliche Verfassung der Kirche, die durch rechtliche Bindungen sichtbar ist. Praktische, rechtliche Autonomie durch eigenwillige, vom Papst nicht autorisierte Bischofsweihen einfach durchzusetzen, bedeutet daher, sich von der sichtbaren und real gelebten Gemeinschaft des mystischen Leibes Christi abzuschneiden.
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Ich vermute, dass die FSSPX an der vollen Autonomie und Selbstregierung festhalten wird und in diesem Sinn auch keine Regulierung ihres irregulären Verhältnisses zur Universalkirche wünscht, denn eine solche Regelung würde bedeuten, Bischöfe zu akzeptieren, die ihnen der Papst gibt, und die ihr vorstehen und sie leiten, oder, wenn sie aus ihren eigenen Reihen kommen, dem Papst gegenüber weisungsgebunden und jurisdiktionell von ihm ernannt und abhängig sind. Aber die FSSPX beurteilt vielleicht die Situation der Kirche anders als er, weshalb sie dieser Abhängigkeit ausweicht.
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Es überzeugt nicht, trotzdem das Bild des Papstes in den eigenen Sakristeien aufzuhängen, für ihn im Hochgebet zu beten, die hierarchische Verfassung der Kirche und des Lehramtes mit dem Papst an der Spitze grundsätzlich zu bejahen und zu lehren, Ergebenheit vorzutäuschen, während man sich jurisdiktionell von ihm vollständig abkoppelt und selbst regiert. Dazu gehört, eine eigene Hierarchie auszubauen und eine von Rom unabhängige Leitung, die Rechtsakte selbst entscheidet und ausführt (Selbstermächtigung aufgrund der Sorge für das Heil der Seelen und des vorgeschobenen kirchlichen und eigenen Notstandes). Das ist schismatisch. Andere tun es mit anderen Vorzeichen auch, was ebenso zu verurteilen ist.
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Noch einmal: Die Universalkirche und der Papst täten gut daran, berechtigte Kritik von dieser Seite und Anliegen des gläubigen Volkes in Bezug auf die Liturgie ernst zu nehmen, eigenes Versagen seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil endlich einzugestehen. Dazu gehört auch das Scheitern der Liturgiereform und der ökumenischen und interreligiösen Bemühungen, die nicht zu einer Einheit in der Wahrheit geführt haben, sondern zu einem beispiellosen Niedergang des Glaubenslebens der Katholiken (Rudimentäres Glaubenswissen und enttäuschend wenig aktive Teilnahme; Ablehnung der Sexualmoral der Kirche und wesentlicher Teile ihres Credo’s). Zu nennen sind auch eine historisch beispiellose Relativierung der absoluten Heilsmittlerschaft und Heilsnotwendigkeit Jesu Christi und seiner Kirche in den eigenen Reihen. Ein Blick nach Deutschland genügt, wo die Exponenten des synodalen Weges nur noch eine linke Sozialagenda vertreten, die mit dem Glauben der Kirche nichts mehr, aber umso mehr mit den Standards der Welt zu tun hat und ideologisch auch ohne JESUS CHRISTUS auskommt. In der Tat: Der Antichrist kommt aus unseren eigenen Reihen und zeigt damit, dass er nie zu uns gehörte. Man sollte diese Leute und ihre Häresien endlich beim Namen nennen und ausschliessen, bevor sie den Leib Christi vollends zerreissen.
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Wir können nur dafür beten, dass der Papst und die Kardinäle in den kommenden Konsistorien endlich die desaströse Wirklichkeit in der katholischen Kirche zur Kenntnis nehmen und den Mut finden, echte Reformen und Klarstelllungen einzuleiten. Zu letzteren zähle ich nicht die von Papst Franziskus ausgerufene Synodalität, die für das Glaubensleben der Katholiken und die Überwindung der Missstände in der Kirche absolut nichts gebracht hat. Niemand in der Kirche hat etwas gegen das Hören auf GOTT und aufeinander, wie Etty Hillesum geschrieben hat: «Das Tiefste in mir, das auf das Tiefste in Dir hört: Gott zu Gott!» Verwechseln wir dabei nicht unseren Geist (was wir wollen) mit dem Geist Gottes (was GOTT will).[1]
[1] Vgl. Kard. Zen in seiner dreiminütigen Rede an Papst und Kardinäle im letzten Konsistorium.



